Kommunikation in meinen Lives

Kommunikation in meinen Lives

Abdullah Bertin

In meinen Lives passiert Kommunikation nicht nur über Worte. Sie läuft auf mehreren Ebenen gleichzeitig – oft bewusst, oft intuitiv. Diese Ebenen existieren immer, egal ob jemand schreibt, spricht oder aktiv eingreift. Wer das versteht, versteht auch besser, wie meine Lives funktionieren.

Sehen, hören, lesen

Die erste Ebene ist das Visuelle.
Das Bild kommuniziert immer. Auch dann, wenn niemand etwas schreibt oder sagt. Kamera, Raum, Bewegung, Präsenz – all das sendet Informationen, ob bewusst oder unbewusst. Das Visuelle ist permanent da.

Die zweite Ebene ist die auditive Kommunikation.
Alles, was gesagt wird: Sprache, Tonfall, Pausen, Betonungen. Diese Ebene trägt Stimmung, Haltung und Orientierung. Sie erklärt, begleitet oder konfrontiert – je nach Moment.

Die dritte Ebene ist die schriftliche bzw. informative Kommunikation.
Das, was gelesen wird: Chat, Hinweise, Abmachungen, Informationen. Spätestens dort, wo es um Aktionen, Transaktionen oder konkrete Vereinbarungen geht, wird Sprache verbindlich. Dinge müssen festgehalten werden, damit sie später nachvollziehbar bleiben.

Man sieht, man hört, man liest.
Das sind drei unterschiedliche Zugänge – und alle drei wirken gleichzeitig.

Wann Kommunikation zu Interaktion wird

Kommunikation wird für mich dann zu Interaktion, wenn sich zwei Seiten auf derselben Ebene begegnen. Wenn man nicht aneinander vorbeiredet, sondern im gleichen Modus ist.

Ein Chatkommentar ist bereits eine Interaktion, weil beide Seiten im selben schriftlichen Raum agieren. Genauso kann ein visuelles Signal oder eine Handlung im Live eine Interaktion auslösen, ohne dass ein Wort fällt.

Nicht jede Kommunikation ist automatisch Interaktion. Manchmal wird einfach etwas gesendet. Erst wenn Handlung oder Reaktion dazukommt, entsteht Austausch.

Zuschauen und Teilnehmen sind zwei unterschiedliche Rollen

Als Zuschauer nimmst du das Gesamtbild wahr.
Du bist nicht involviert, sondern beobachtest alle drei Ebenen gleichzeitig: Bild, Ton, Text. Diese Distanz erlaubt Überblick.

Sobald du beginnst zu schreiben, zu handeln oder aktiv zu interagieren, wechselst du die Rolle. Du bist Teil einer Ebene – und damit auch Teil des Geschehens. Das verändert automatisch die Perspektive. Reflexion wird schwieriger, weil man selbst mitten drin ist.

Beides ist legitim: Zuschauen und Teilnehmen.
Wichtig ist nur zu verstehen, in welcher Rolle man gerade ist.

Flexibilität statt festes Schema

Ich arbeite bewusst flexibel mit diesen Ebenen. Manchmal steht das Visuelle im Vordergrund, manchmal das Gesprochene, manchmal das Schriftliche. Oft wechseln diese Ebenen schnell – je nach Situation, Energie und künstlerischer Intuition.

Das ist kein festes System, sondern ein Spielraum.
Ich versuche, transparent zu bleiben, aber auch ich arbeite live, mit Grenzen, Ermüdung und Feedback. Diese Beweglichkeit ist Teil der Arbeit.

Was mir wichtig ist:
Während vieles im Live fliessen darf, halte ich geschäftliche oder organisatorische Dinge bewusst schriftlich fest – vor allem im Kontext der Website. Der Rest darf kommen, gehen, sich verändern.

Ein Live ist nicht für eine einzelne Person da

Ein häufiger Irrtum ist zu glauben, ein Live sei für einen einzelnen Zuschauer veranstaltet. Dass der eigene Kommentar die Hauptbühne ist. Diese Haltung führt zu Missverständnissen – und oft zu Frustration.

Ein Live ist ein öffentlicher Raum.
Die Plattform gehört allen, die gerade da sind – und auch denen, die noch kommen. Kommunikation muss diesen offenen Rahmen respektieren, sonst kann keine Community wachsen.

Jede Ebene hat Konsequenzen

Jede Kommunikationsform hat ihre Regeln.
Bild und Ton unterliegen klaren Community-Richtlinien. Schriftliches ebenso – wenn auch anders gewichtet. Aktuell ist das Geschriebene im Live oft weniger entscheidend als Bild und Ton, aber es bleibt wichtig für Klarheit und Verbindlichkeit.

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