Das Konzept: Serie in zwölf Bildern
Abdullah BertinTeilen
Warum überhaupt Serie?
(sprich "Seri" mit langgezogenen i)
In meinen Arbeiten geht es selten um ein einzelnes, klar umrissenes Objekt. Mich interessieren Perspektivwechsel, Variationen und unterschiedliche Blickrichtungen. Eine Serie gibt mir dafür den passenden Rahmen. Statt mich auf ein Bild festlegen zu müssen, kann ich von einem Grundkonzept ausgehen und innerhalb dieses Konzepts frei arbeiten.
Serienarbeit erlaubt mir, beweglich zu bleiben. Ich muss nicht entscheiden, welches Bild „das eine“ ist, sondern kann Entwicklungen zulassen, vergleichen, verwerfen und weiterdenken. Spätestens ab dem Moment, in dem ich begonnen habe, Bilder online zu verkaufen, war mir klar, dass ich seriell arbeiten muss – nicht aus Kalkül, sondern aus Notwendigkeit.
Eine Serie ist für mich keine fixe Form, sondern eine Art gezielt zu arbeiten: um produktiver aus einem Prozess hervorzugehen und möglichst viele Perspektiven, Entscheidungen und Varianten in einer Interaktion mitzunehmen.
Was hat es mit zwölf auf sich?
Die Zahl zwölf ist für mich sowohl symbolisch als auch praktisch sinnvoll. Sie steht für Zyklen, für Vollständigkeit und für etwas Abgeschlossenes – Monate, Kreise, Systeme. Gleichzeitig ist sie eine gute Orientierung im Produktionsprozess: nicht zu wenig, nicht zu viel.
Zwölf ist kein starres Gesetz, sondern ein Zielpunkt. Ab dieser Anzahl entsteht für mich ein Gefühl von Ganzheit. Eine Serie kann auch kleiner oder grösser enden, aber zwölf gibt mir eine klare innere Grenze, ab der ich über Abschluss nachdenke. Die Zahl bleibt flexibel, ohne beliebig zu werden.
Eine Serie als Ausstellung in zwölf Bildern
Wenn ich von einer Ausstellung in zwölf Bildern spreche, meine ich keinen klassischen Ausstellungsraum, sondern einen geschlossenen Arbeitsprozess. Die Ausstellung entsteht aus der Abfolge der Bilder selbst.
Jedes Bild entwickelt sich aus dem vorherigen. Ich arbeite Schritt für Schritt, prüfe Richtungen, Varianten und Brüche. Viele Bilder entstehen, nicht alle bleiben. Durch Auswahl und Reduktion formt sich die Serie.
Innerhalb der Serie sind alle Werke gleichwertig. Es gibt kein Hauptbild und keine Nebenarbeiten. Jedes Bild steht für sich, funktioniert einzeln, entfaltet aber im Zusammenspiel eine stärkere Wirkung. So entsteht eine Ausstellung, die nicht an einen Ort gebunden ist, sondern an einen Prozess.