Warum ich gerade mit Print-on-Demand arbeite
Abdullah BertinTeilen
Seit mein Shop online ist und ich die ersten Verkäufe meiner Kunst erlebt habe, hat sich in mir etwas bewegt. Ein Jahr lang TikTok, ein Jahr lang Lives zwischen Quatsch und Ernst, zwischen Chaos und Klarheit – und plötzlich merke ich: Ich habe Lust auf Produktion. Wirklich Lust. Auf ein System, das funktioniert. Auf Industrie, aber auf meine Art.
Die letzten Jahre waren nicht einfach. Von 2020 bis 2024 konnte ich mir kein Atelier leisten. 2025 hatte ich für drei Monate eines, und diese Zeit war gold wert. Ein Raum, in dem ich atmen, malen, mich ausbreiten konnte. Und als dieser Raum wieder weg war, habe ich gemerkt, dass ich zu Hause nicht einfach weitermalen kann. Da fehlt etwas.
Überraschenderweise hat mir die Website apo46.com einen neuen Zugang zur Kunst geöffnet. Die Plattform gibt mir Struktur. Sie gibt mir Motivation. Sie gibt mir das Gefühl, dass ich wieder produzieren darf, auch wenn ich gerade keinen Raum habe. Und genau deshalb arbeite ich im Moment mit Print-on-Demand.
Print-on-Demand nimmt mir etwas ab, das mich früher sehr blockiert hat: Platz, Material, Lager, Organisation, Vorproduktion. Es lässt mich schneller und flexibler arbeiten. Ich muss nicht zuerst alles physisch vorbereiten, bevor Kunst entstehen kann. Ich kann mich auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist: malen, entwerfen, entwickeln, ausprobieren. Je weniger Zeit ich mit Aufstellen, Organisieren, Lagern und Verpacken verbringe, desto mehr Zeit habe ich für Kunst. Und das fühlt sich gerade richtig an.
Trotzdem bleibt für mich klar: Das Original ist immer das Werk, das durch meine Hände geht. Das signierte Stück. Das eine Bild, das es nur einmal gibt. Drucke sind für mich keine Konkurrenz, sondern eine Möglichkeit, mehr Menschen Zugang zu meiner Arbeit zu geben. Ich werde Originale schaffen, manchmal nur einmal drucken lassen, weiter daran arbeiten, signieren und mit einem Echtheitszertifikat verschicken. Print-on-Demand ergänzt meine Kunst – es ersetzt sie nicht.
Spannend ist: Durch dieses System fühle ich mich freier. Ich kann grösser denken, schneller produzieren, mutiger experimentieren. Es entsteht eine Art sportlicher Prozess. Eine gewisse Strenge, ein klarer Ablauf, aber genau in diesem Rahmen kann ich völlig wild werden. Es macht mich produktiver, organisierter und es hilft mir, sowohl künstlerisch als auch geschäftlich zu wachsen.
Vielleicht habe ich eines Tages mein eigenes Atelier, vielleicht sogar ein eigenes industrielles Kunsthaus, in dem ich alles selbst herstellen kann. Dieser Traum ist nicht weg. Aber bis dahin gibt mir Print-on-Demand die Freiheit, die ich brauche, um weiter Kunst zu machen. Nicht langsamer, nicht kleiner, sondern im Gegenteil: viel freier und viel wilder.
